Einsiedelner Kapelle

Einsiedelner Kapelle

Das Schweizer Benediktinerstift Einsiedeln war für Sibylla Augusta von besonderer Bedeutung, da ihr erstgeborener Erbprinz Ludwig Georg auf einer Wallfahrt nach Einsiedeln in seinem sechsten Lebensjahr mit dem Sprechen begann. Im Laufe ihres Lebens besuchte sie das Benediktinerstift acht Mal. Gleich zweifach ließ die Markgräfin es nachbauen: in Schlackenwerth im Jahr 1710 und 1715 bis 1717 in unmittelbarer Nähe von Schloss Rastatt. Die Einsiedelner Kapelle in Rastatt wurde unter der Leitung von Johann Michael Ludwig Rohrer errichtet. Es wird vermutet, dass Sibylla Augusta mit dem Bau neben dem ursprünglichen Anlass auch für den Rastatter Friedensschluss zwischen Frankreich und Österreich im Jahre 1714 danken wollte.

An der Frontseite befindet sich auf jeder Seite des Giebels eine Heiligenfigur, die den Bezug zum Schweizer Benediktinerstift Einsiedeln herstellt. Es sind die Figuren des heiligen Benedikt von Nursia, der Gründer des Benediktinerordens, und dem heiligen Meinrad, der 835 Einsiedler in der Schweiz war und an dessen Todesstätte sich das heutige Kloster Einsiedeln befindet.

Das Innere der Kapelle ist im Vergleich zum Äußeren sehr schlicht gehalten. Auf dem Altar thront, umgeben von Putten und goldenen Blitzstrahlen, die Schwarze Madonna, eine Nachbildung des Gandenbildes von Einsiedeln. Bei ihr hatte die Markgräfin Hilfe gesucht – und gefunden.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook