Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655-1707)
Markgraf Ludwig Wilhelm, der "Türkenlouis", erbaute die Rastatter Residenz als erstes deutsches Schloss nach dem Vorbild des absolutistischen Versailles. Er gilt als herausragender Feldherr und hatte sich große Verdienste in der Abwehr der Osmanen und der Franzosen im ausgehenden 17. Jahrhundert erworben. Seine wertvollen Dienste für das Reich wurden mit territorialen Belehnungen gewürdigt. Ludwig Wilhelm konnte allerdings seine machtpolitischen Vorstellungen nicht immer durchsetzen: Er strebte vergebens nach einer Rangerhöhung. Der selbstbewusste Herrscher und absolutistische Fürst starb 1707 an den Folgen einer alten Verwundung.
Sibylla Augusta von Baden-Baden (1675-1733)
Markgräfin Sibylla Augusta, eine geborene Prinzessin von Sachsen-Lauenburg, kam mit kaum 15 Jahren als Gemahlin des "Türkenlouis", Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655-1707), nach Baden. Sie brachte große böhmische Besitzungen mit in die Ehe und ermöglichte durch ihren Reichtum den Bau des repräsentativen Rastatter Schlosses.
Bereits 1707 verwitwet, ließ sich die äußerst kunstsinnige Markgräfin nach ihrer eigenen Vorstellung unter der Leitung des Architekten Michael Ludwig Rohrer von 1710-12 eine kleine Sommerresidenz, das Lustschloss Favorite, in Rastatt-Förch errichten. Nach dem Tod ihres Mannes regierte sie zwanzig Jahre lang für ihren zunächst noch unmündigen Sohn. Sibylla Augusta galt als reiche, stolze und fromme Frau.
Mehr zur Markgräfin erfahren Sie unter Sibylla Augusta.
Ludwig Georg Simpert von Baden-Baden (1702-1761)
Er wurde als sechstes von insgesamt neun Kindern auf Schloss Ettlingen geboren. Da die meisten seiner Geschwister bereits im Säuglingsalter starben, ging 1727 auf ihn als den ältesten Sohn der Titel des Markgrafen über. Doch er vermochte nie aus dem Schatten seines berühmten Vaters Ludwig Wilhelm herauszutreten. Seine Leidenschaft galt der Jagd, daher erhielt er den Beinamen "Jägerlouis". Die Pflege seines katholischen Glaubens war eine Neigung, die er von seiner Mutter vorgelebt bekam. Ludwig Georg ließ das Schloss teilweise modernisieren und mit Rokokoelementen des Allgäuer Stuckaeurmeisters Johannes Schütz bereichern.
August Georg von Baden-Baden (1706-1771)
Der Bruder des regierenden Markgrafen Ludwig Georg war ursprünglich für den geistlichen Stand bestimmt. Nachdem sein Bruder kinderlos gestorben war, übernahm er die Regentschaft. Doch auch er hatte keine Nachkommen: Mit seinem Tod erlosch die männliche Linie des Hauses Baden-Baden und deren Besitz ging im Jahr 1771 an die verwandten Markgrafen von Baden-Durlach.