Die Bauherrin

Markgräfin Sibylla Augusta, Ausschnitt aus Kostümbild, um 1706

Die kunstsinnige und machtbewusste Markgräfin entfaltete als Regentin eine rege Bautätigkeit mit sehr persönlicher Handschrift. Sie liess nicht nur die Residenzstadt weiter ausbauen. Sibylla Augusta perfektionierte auch das von ihrem Mann hinterlassene Residenzschloss und beauftragte Bauten, die für eine barocke Residenz üblich waren: die Schlosskirche mit Pfarrhaus, mehrere Kapellen, die Pagodenburg als Gartenpavillon und das Lustschloss Favorite mit Eremitage.

So entstand ein beeindruckendes und anspruchsvolles Ensemble, das den Glanz des badischen Hauses förderte und das standesgemäße Auftreten auf der politischen Bühne der damaligen Welt ermöglichte.

Vogelschauplan von Rastatt: Schloss, Schlossgarten und Stadtanlage auf einer Lithographie des 19. Jahrhunderts.

Vogelschauplan von Rastatt: Schloss, Schlossgarten und Stadtanlage


Schlossprojekte

Der Bau des Jagdschlosses auf dem Fremersberg bei Baden-Baden und die Erweiterung des vorhandenen Jagdschlosses Scheibenhardt bei Bulach gehörten für die Markgräfin ebenfalls zu ihrer repräsentativen Hofhaltung.
Die letzte größere Bautätigkeit Sibylla Augustas galt Schloss Ettlingen, das sie zu ihrem Witwensitz bestimmte.

Rastatter Dach mit dem „Goldenen Mann"

Baumeister der Markgräfin

Der Architekt für alle diese Bauten war Michael Ludwig Rohrer (1683-1732), den die Markgräfin drei Monate nach Regierungsantritt an den badischen Hof kommen ließ. Zu seinen ersten Aufgaben gehörten die Umgestaltung des Rastatter Schlosses und die Behebung von Bauschäden an Wänden und Decken. Die Rastatter Schlosskirche und das Lustschloss Favorite sind seine Hauptwerke.

 

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook