Durch die Heirat von Prinzessin Sibylla Augusta von Sachsen-Lauenburg mit dem Markgrafen von Baden-Baden 1690 wurde der Kunstbesitz zweier Familien zusammengeführt. Die vereinten Kunstschätze bewahrte das Paar zunächst in Schloss Schlackenwerth auf, ab 1705 im neuen Residenzschloss Rastatt.
Markgraf Ludwig Wilhelm scheint kein nennenswerter Kunstsammler gewesen zu sein. Eine größere Gemäldesammlung sowie zahlreiche türkische Kriegstrophäen erbte er von seinem Onkel, Markgraf Hermann von Baden. Ludwig Wilhelm selbst brachte von seinen Kriegszügen gegen die Türken kostbare Beutestücke mit, die später zu einer „türkischen Kammer“ vereinigt wurden.
Die Markgräfin erhielt bei der Erbteilung mit ihrer Schwester 1691 die Hälfte des reichen Familienbesitzes: Ihr Großvater hatte eine Kunst- und Wunderkammer mit verschiedensten Kostbarkeiten und Kuriositäten angelegt, wie sie für das 17. Jahrhundert typisch war. Ihr Vater hatte vor allem den reichen Bestand an Silber, Gemälden und Glas großzügig vermehrt.
Das Schicksal ihrer Sammlungen: Am 30. April 1733, kurz vor ihrem Tod, unterzeichnete die Markgräfin ein Inventar ihres Kunstbesitzes, den sie ungeteilt dem Hause Baden zu erhalten wünschte. Doch mit dem Aussterben der baden-badischen Linie 1771 zerfiel dieser Besitz. Teile davon befinden sich heute in der Kunsthalle Karlsruhe, im Badischen Landesmuseum und in den beiden Rastatter Schlössern.
Lesen Sie mehr: