Der Weg in das Corps de Logis, dem wichtigsten Gebäude der Schlossanlage, führt über die ansteigende Rampe zwischen der terrassenförmigen Böschungsmauer zum Cour d'Honneur, dem Ehrenhof, der einst als Parade- und Exerzierplatz diente.
Schloss Rastatt: Auffahrt zum Ehrenhof mit Balustradenfigur (Minerva) am Schildhäuschen, rechts: Corps de logis.
Über den Ehrenhof gelangt man zum Corps de Logis. Dessen Eingangsbereich wird aus der Intrada (Vorhalle), der Sala terrena (Gartensaal) und den seitlich anschließenden Läufen der Treppenhäuser gebildet. Die Sala Terrena öffnet sich zum Schlossgarten hin. Die ursprünglich barocken Decken dieses Raumes ließ Markgraf Ludwig Georg von dem Bildhauer Johann Schütz mit Rokokostuck verzieren.
Das Treppenhaus als Architekturelement spielte für die fürstliche Repräsentation eine entscheidende Rolle. In Rastatt gab es zwei: Sie dienten als Aufgang und Festsaal zugleich. Die Stuckfiguren, Reliefs und Deckengemälde, die der Gast beim Empfang in den Treppenhäusern sah, verherrlichen den fürstlichen Bauherrn Ludwig Wilhelm als Erretter des Reiches und der Christenheit.
Beide Treppenhäuser führen zur Antisala in der Beletage, dem ersten Obergeschoss. Die Antisala ist eine langgestreckte, lichtdurchflutete Eingangshalle, ihre Schmalseiten sind zu den Treppenaufgängen hin als Doppelbögen geöffnet. Über diese Eingangshalle betritt man den Ahnensaal und die beiden Staatsappartements.
Schloss Rastatt: Am Eingang zum Ahnensaal steht in der Antisala das Original des Blitze schleudernden Jupiter, der einst das Dach des Schlosses bekrönte. Johann Jakob Vogelhund, 1723.