Markgräfin Sibylla Augusta – eine glänzende Partie
Die Markgrafschaft Baden-Baden war im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) von französischen Truppen schwer verwüstet worden. Entsprechend gering fielen Ludwig Wilhelms Einkünfte aus. Zu seinem Glück vermittelte ihm Kaiser Leopold I. (1640-1705) jedoch eine vermögende Braut.
Im böhmischen Schlackenwerth hatte der Herzog von Sachsen-Lauenburg zwei Töchter hinterlassen. Ihr Erbe machte sie zu äußerst attraktiven Partien. Kaiser Leopold hatte sie seinen Türkensiegern als Belohnung zugedacht: die Ältere Ludwig Wilhelm, die Jüngere dem Prinzen Eugen von Savoyen (1663-1736), Ludwig Wilhelms jüngerem Vetter.
Der Plan ging jedoch nicht ganz auf: Ludwig Wilhelm entschied sich für die jüngere Prinzessin, Franziska Sibylla Augusta (1675-1733), die ihrerseits an dem Markgrafen Gefallen fand. Prinz Eugen blieb dagegen ohne Braut. Die ältere Sachsen-Lauenburgerin verschmähte ihn als nachgeborenen und darum landlosen Fürsten.