Die Schlosskirche Zum Heiligen Kreuz

Schlosskirche Rastatt
Innenansicht der Schlosskirche

Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden hatte der Rastatter Bevölkerung versprochen, ein Gotteshaus zu errichten. Dieses Versprechen konnte erst seine Witwe Markgräfin Sibylla Augusta einlösen. Nach der Rückkehr von einer Romreise beauftragte sie in den Jahren 1719-23 ihren Hofarchitekten Michael Ludwig Rohrer mit dem Bau einer Hofkirche und einer Heiligen Stiege, die ihre Wohnung mit der neuen Kirche verband.

Ausschnitt aus dem Deckengemälde

Das Deckengemälde

Die Legende des Heiligen Kreuzes, dem das Gotteshaus geweiht ist, steht im Mittelpunkt des Deckengemäldes, das den Eindruck des Innenraums zusammen mit der über zwei Treppenläufe erreichbaren Altarbühne bestimmt. Der Altar ist überragt von einer stuckierten Wolkenglorie mit der Dreifaltigkeit im Zentrum und wird durch Alabastersäulen gefasst, die von innen mit Öllämpchen beleuchtbar waren.

Grundriss der Schlosskirche: Rechteckiger Bau mit zwei Seitenschiffen und Chor.

Grundriss der Schlosskirche
Schlosskirche Rastatt: Stuckputto

Sibylla Augusta war von einer tiefgehenden Frömmigkeit geprägt. So steht das 1723 geweihte Gotteshaus ganz in der Tradition der Gegenreformation, die in einer Zeit der katastrophalen Kriege, des wirtschaftlichen Niedergangs und großer Bevölkerungsverluste Impulse für die Erneuerung der katholischen Kirche setzte.

Die Heilige Stiege

In der Schlosskirche wurde die besondere Frömmigkeit durch die zeittypische Theatralik umgesetzt: Illusionsmalereien vermitteln den Eindruck eines unendlichen Kirchenraums, die prachtvolle Ausstattung verbindet viele Einzelteile zu einem theatralisch inszenierten Gesamtkunstwerk, das den Gläubigen in seinen Bann zieht.
In der Rastatter Schlosskirche findet sich ein direkter Bezug zwischen öffentlichem Raum und persönlichem Glaubensbekenntnis: Im Deckengemälde ließ sich die Markgräfin als heilige Helena bei der Kreuzauffindung darstellen.

Schlosskirche Rastatt: Blick auf die Kanzel, Kommunionbank und Chorstiege.

Blick auf die Kanzel

Die Schlosskirche ist derzeit nicht zu besichtigen. In den folgenden Jahren sind hier umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen vorgesehen.

Weitere Informationen zu Rastatt
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook