Stilgeschichte

Schloss und Stadtanlage

In der Zeit des Barock errichteten die Landesfürsten repräsentative Schlossanlagen als Zentren und Symbole ihrer absolutistischen Herrschaft. Zu diesen gehört die Residenz der Markgrafen von Baden-Baden in Rastatt.

Wie fast alle Bauherren der Zeit orientierte sich der badische Herrscher mit dem Grundriss des Schlosses und der Anlage der Stadt (Patte d´oie = Gänsefuß) am französischen Vorbild Versailles. Drei Straßen führen strahlenförmig auf einen großen Ehrenhof zu. Trotz der starken Anlehnung an den Grundriss des französischen Vorbildes zeigt das Schloss italienische Stilelemente.

Deckenfresko im Vorzimmer der Markgräfin

Der "unendliche" Raum

Im Barock scheinen sich die Kuppelbauten der Kirchen ins Unendliche zu erweitern. Eine Erklärung für diese Weiterentwicklung der Raumerfahrung mögen die neuen Erkenntnisse der Naturforscher Kopernikus, Galilei und Kepler sein, die die Welt als eine Art "Raumschiff" betrachteten, das durch den unendlichen Raum schwebt. Skulpturen am Übergang von Wänden und Decken vermitteln den Eindruck, als blicke man in die Weite himmlischer Räume. Architektur, Malerei und Skulptur haben als wohl aufeinander abgestimmte Teile eines Ganzen die Aufgabe, Transzendenz und Jenseitserfahrung auszudrücken.

Spiegelkabinett im Appartement des Markgrafen

Barocke Sinnenfreude
Im Zeitalter des Barock stehen die oft verheerenden Erfahrungen der Wirklichkeit im Gegensatz zur Sinnenfreude, zur Lust am Bild und an der Illusion. Kriege, Krankheiten und Entbehrungen bestimmten das Leben der Menschen. Im Spiegelkabinett von Schloss Rastatt bietet sich dem Betrachter durch die optischen Effekte der wie Edelsteine in Decke und Wände eingelassenen Spiegel ein verwirrendes Bild: Perfekte Illusion und Spiel mit der Realität.

 

Weitere Informationen zu Rastatt
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook