Die Stadt Rastatt
Der Architekt des Markgrafen, Domenico Egidio Rossi, entwarf eine dreiteilige, achsensymmetrische Gesamtanlage: Sie bestand aus dem weitläufigen Schlossareal, dem östlich anschließenden Garten sowie der planmäßig ausgebauten Stadt im Westen. Diese barocke Grundkonzeption ist bis heute weitgehend erhalten geblieben.
Stadt und Schlossbereich befinden sich auf einer flachen Ebene, doch werden sie durch einen Höhenunterschied im Gelände gegeneinander abgegrenzt. Der gewollte Abstand - die Stadt liegt nur wenige Meter tiefer - wird zusätzlich betont durch die terrassenförmige Böschungsmauer.
Die Stadt ist wie Versailles auf einem dreistrahligen Grundriss ("patte d´oie" = Gänsefuß) aufgebaut. Die Hauptachse der barocken Anlage führt durch das Schloss und den Schlossgarten und verläuft dann weiter in Richtung zum markgräflichen Schloss in Ettlingen. In der Gegenrichtung teilt sie als Hauptstraße die Stadt und zielt jenseits des Rheins auf das von König Ludwig XIV. im Jahr 1686 errichteten Fort Louis. Diese Hauptachse, die Schlossstraße, wird von zwei radial ausstrahlenden Nebenachsen begleitet. Mit einigem Abstand vom Schloss trifft die Schlossstraße im rechten Winkel auf die Querachse, die einstige Markt- und heutige Kaiserstraße: Hier liegt das Zentrum der Stadt mit Pfarrkirche und Rathaus. Die gesamte Planung legte also eine unbedingte Orientierung auf das Schloss fest.
Östlich des Schlosses, außerhalb des Schlossgartens, liegt die eindrucksvolle Einsiedelner Kapelle. Markgräfin Sibylla Augusta errichtete diese Stätte zum Gedenken an ihre Wallfahrten in das Schweizer Benediktinerstift Einsiedeln in der Schweiz.
In der Nähe des Schlosses befindet sich auch die, einem abendländichschen Lusthaus ähnelnde, Pagodenburg. Während eines Besuchs in München war die Markgräfin von der Pagodenburg in den Nymphenburger Gartenanlagen so beeindruckt, dass sie den Hofbaumeister Johann Michael Rohrer zu einem Nachbau in Rastatt beauftragte.
Eine unvergleichliche Sehenswürdigkeit ist das idyllisch gelegene Schloss Favorite in Rastatt-Förch. Das Besondere an Sibylla Augustas Gesamtkunstwerk ist die dekorative Innenausstattung mit den Porzellan-, Glas- und Fayencesammlungen.
Die Stadt Baden Baden
Der Ort Baden, im Tal der Oos am Rand des Nordschwarzwaldes gelegen, war der Stammsitz der badischen Markgrafen. Im Jahr 1120 hatten sie hier das Alte Schloss Hohenbaden errichtet und sich nach ihm genannt. Im späten 14. Jahrhundert ließen die Markgrafen das näher bei der Stadt gelegene Neue Schloss errichten und verlegten 1479 ihren Wohnsitz dorthin.
Als sich das Haus Baden im frühen 16. Jahrhundert teilte, zog der evangelische Zweig nach Durlach und nannte sich Baden-Durlach. Der katholische Zweig blieb an der Oos und führte nun den Namen Baden-Baden. Der Doppelname ging auf die Stadt über.
Im Zusammenhang mit den für Schloss Rastatt wichtigen Persönlichkeiten ist die Stiftskirche in Baden-Baden ein bedeutendes Monument. 14 Markgrafen sind in der Stiftskirche auf dem Florentiener Berg bestattet. Das aufwendig gestalteten Epitaph von Markgraf Ludwig Wilhelm ist ein herausragendes Denkmal.