Vetter, Freund und Konkurrent – Prinz Eugen von Savoyen
Prinz Eugen von Savoyen-Carignan (1663-1736) und Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden waren Vettern. Beide drängte es zum Militär. Weil König Ludwig XIV. (1638-1715) von Frankreich den Prinzen Eugen abwies, zog der für den Kaiser in den Türkenkrieg. Ludwig Wilhelm war damals Generalwachtmeister im kaiserlichen Heer. Er nahm den jungen Verwandten unter seine Fittiche. Prinz und Markgraf kämpften in den folgenden Jahren Seite an Seite.
Als Ludwig Wilhelm 1693 an den Oberrhein wechselte, blieb Prinz Eugen auf dem ungarischen Kriegsschauplatz. 1697 verlieh ihm der Kaiser das dortige Oberkommando. Während Ludwig Wilhelm in Süddeutschland recht glücklos Krieg führte, heftete der Savoyer Sieg um Sieg an die kaiserlichen Fahnen. Bald überstrahlte sein Ruhm den des Türkenlouis. Politisch trennten sich die Wege der beiden. Ludwig Wilhelm kritisierte zusehends die Politik des Wiener Hofes. Prinz Eugen blieb dagegen zeitlebens Habsburgs Diener.