Erste Barockresidenz am Oberrhein

Residenzschloss Rastatt

Residenz der Markgrafen von Baden-Baden

Das Schloss und

der Garten

Schloss Rastatt, das Schloss des „Türkenlouis“, ist die früheste Barockresidenz am Oberrhein. Mit dem Ensemble aus dreiflügeligem Schlossbau, Garten und regelmäßig geplanter Stadt orientierte sich Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden an Schloss Versailles.

Detailansicht: Goldene Jupiter-Figur, Residenzschloss Rastatt; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sandra Eberle

Die goldene Jupiter-Figur bekrönt das Dach.

Die Anlage

Leicht erhöht liegt die imposante Schlossanlage über der Stadt. Hoch oben auf dem Dach leuchtet die goldene Figur des Jupiters, im Volksmund der „Goldene Mann“ genannt. Sie symbolisiert den Erbauer des Schlosses: Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der von 1677 bis 1707 regierte. Als erster der Fürsten am Oberrhein hatte er im Jahr 1700 entschieden, statt seines schon begonnenen Jagdschlosses eine moderne barocke Residenz zu bauen. 

Portrait des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, Kopie nach Stampart, 1744; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Bildnis Markgraf Ludwig Wilhelm.

Verherrlichung Ludwig Wilhelms

Das Schloss ist eines der frühesten deutschen Beispiele für die Nachahmung des Systems von Versailles. Die Verherrlichung des Landesherrn durch Architektur, Malerei und Stuck ist hier besonders gut nachvollziehbar. Seine militärischen Verdienste stellte der Markgraf im Schloss zur Schau – als kaiserlicher Feldherr war er im Großen Türkenkrieg erfolgreich gewesen und hatte so den Beinamen „Türkenlouis“ erhalten. 1705 zog die Familie in einen Seitenflügel des Schlosses ein – doch der Markgraf konnte seine neue Residenz kaum genießen.

Bildnis der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden.

Sibylla Augusta als Regentin

Ludwig Wilhelm starb im Januar 1707. Nun herrschte seine Ehefrau Sibylla Augusta über das Land – zwanzig Jahre lang als Regentin anstelle des noch unmündigen Sohnes Ludwig Georg. Sibylla Augusta vollendete die Inneneinrichtung des Schlosses und ergänzte die Residenz durch weitere Bauten. Ihr wenige Kilometer entfernt gelegenes Lustschloss Favorite zeugt bis heute von ihrem außergewöhnlichen Kunstgeschmack. Beide Schlösser wurden im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört.

Der Besuch des Residenzschlosses

Die Staats- und Privatappartements mit ihren eindrucksvollen Dekorationen sind für Besucher im Rahmen einer Führung zugänglich. Leuchtende Fresken italienischer Künstler, Wandteppiche, Möbel und die Geschichten ihrer Bewohner machen die Zeit des Barock noch heute lebendig. In den Seitenflügeln sind das Wehrgeschichtliche Museum und die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte untergebracht.

Im Treppenhaus ist originaler Stuck erhalten.

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