Residenzschloss Rastatt, Ansicht von der Gartenseite mit Springbrunnen

Vom Barock bis heute

Der Garten

Hinter dem Schloss plante Markgraf Ludwig Wilhelm einen repräsentativen Lustgarten. Seine Ausführung ging allerdings nur schleppend voran. Heute ist der Garten modern – mit Anklängen an das Barock.

Entwurf für den Rastatter Schlossgarten, Federzeichnung, 18. Jahrhundert

Entwurf für den Schlossgarten, 18. Jahrhundert.

Der barocke Garten

Der früheste, um 1705 entstandene Entwurf des Schlossgartens entsprach mit seiner Aufteilung in rechteckige Felder dem System des Stadtgrundrisses. Die Gestaltung im Detail orientierte sich am französischen Barockgarten. Die Umsetzung des Gartens blieb in den Anfängen stecken. Unter Markgraf Ludwig Georg gab es neue Entwürfe, doch wurden nur Teile davon ausgeführt. Die Treibhäuser und Orangerien dagegen besaßen umfangreiche Bestände – 1772 zum Beispiel rund 380 Zitrusbäumchen und über 200 Ananaspflanzen.

Situationsplan Schlossgarten Rastatt, 1798

Zustand des Gartens 1798.

Der Schlossgarten nach 1771

Nachdem Karl Friedrich von Baden-Durlach 1771 die Markgrafschaft Baden-Baden geerbt hatte, ließ er den Garten neu anlegen. Der Entwurf des Hofgärtners Joseph Enslen orientierte sich an den älteren Konzepten. Wegen hoher Unterhaltskosten gab man den Garten aber schon 1783 wieder auf, stellte ihn dem Hofgärtner zur Verfügung und verpachtete ihn schließlich. Nach dem Bau der Bundesfestung in den 1840er-Jahren diente die Fläche als Exerzierplatz.

Der Volksgarten von Max Laeuger

1920 bis 1926 widmete sich ein bekannter Gestalter dem Rastatter Garten: der Karlsruher Oberbaurat Max Laeuger (1864–1954). Ein öffentlich zugänglicher „Volksgarten“ auf mehreren Ebenen entstand – geformt aus geometrischen Rasenflächen, Heckenwänden und Blumenbeeten. Am Ende des Gartens befand sich noch bis in die 1980er-Jahre ein hoher Obelisk als Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Luftaufnahme des Schlossgartens, Residenzschloss Rastatt

Symmetrie heute: der Schlossgarten aus der Luft.

Der Schlossgarten heute

Den heutigen Garten entwarf der schwedische Gartenarchitekt Gunnar Martinsson in den 1980er-Jahren. Martinsson, damals Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe, griff Elemente des Barockgartens und des Volksgartens auf: Der Park ist symmetrisch gegliedert, Bassins, Heckenwände und Laubengänge erinnern an die Barockzeit. Die äußere Begrenzung des Parks bilden Kastanienbäume — wie schon vor 300 Jahren.

Laubengang im Schlossgarten, Residenzschloss Rastatt
Blick aus dem Laubengang aufs Schloss, Residenzschloss Rastatt

Idyllische Laubengänge laden zum Spazieren ein.

Besonders schön ist der Garten im Frühsommer zur Rosen- und Lavendelblüte.

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