Luftaufnahme der Schlossanlage, Residenzschloss Rastatt

Symmetrisches Ensemble

Die Gebäude

Typisch barock: Das Rastatter Schloss ist ganz symmetrisch aufgebaut. Zwei Treppenhäuser und zwei mal zwei spiegelbildlich angeordnete Appartements liegen im Innern. Doch nicht nur das – die gesamte Anlage ist Teil eines geometrischen Straßengefüges.

Jagdschlossentwurf von 1697, Kupferstich um 1705, Domenico Egidio Rossi

Rossi entwarf etwa 1697 ein Jagdschloss.

Der Bau des Schlosses

Der italienische Architekt Domenico Egidio Rossi hatte 1698 begonnen, für Markgraf Ludwig Wilhelm ein Jagdschloss zu bauen. Zwei Jahre später die Planänderung: Das Gebäude sollte sein neues Residenzschloss werden. Teile des Mittelbaus wurden wieder abgebrochen und durch ein neues, breiteres Gebäude ersetzt. Das Schloss platzierte man gegenüber der Stadt leicht erhöht – der natürliche Niveauunterschied zwischen Hoch- und Tiefgestade, der sich durch die ganze Region zieht, machte es möglich.

Luftaufnahme: Stadt Rastatt mit Residenzschloss

Mehrere große Straßen führen direkt zum Schloss.

Grosse Achsen

Noch heute ist erkennbar, dass das Schloss axial in seine Umgebung eingebunden ist. Eine vom Schloss ausgehende Straßenachse teilt die Innenstadt mit ihrem aus rechteckigen Feldern aufgebautem Grundriss. Einst zielte die Achse auf die französische Festung Fort Louis auf der anderen Seite des Rheins. In der entgegengesetzten Richtung reicht sie bis nach Ettlingen, wo die Markgrafen ein älteres Schloss besaßen. In Rastatt selbst laufen drei Straßen auf das Schloss zu – ganz wie in Versailles.

Kostümierte Schlossführerin im Treppenhaus, Residenzschloss Rastatt

Kostümierte Schlossführer zeigen Verstecktes.

Italienische Künstler am Werk

Ausgestattet wurde das Schloss durch italienische Künstler. Der Maler Paolo Manni und der Stuckateur Giovanni Battista Artario arbeiteten hier seit 1701. Zwei Jahre später folgten auf den verstorbenen Manni drei Bologneser Freskenmaler unter der Führung von Giuseppe Roli. Mitte des 18. Jahrhunderts kamen Rokoko-Stuckaturen hinzu. Was die Künstler hinterlassen haben, beeindruckt bis heute. Überall im Schloss gilt daher: Der Blick nach oben lohnt!

Figürliche Stuckdekoration im Gelben Salon im Appartement der Markgräfin
Deckenkehle im Vorzimmer des Regenten im Appartement des Markgrafen
Gefangener Türke in Fesseln als Stuckfigur an der Wand im Ahnensaal

Überall finden sich detaillierte und beeindruckende Dekorationen.

Betrachten Sie das Schloss von der Innenstadt aus – die erhöhte Platzierung verleiht dem Bau eine besondere Präsenz.

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