Erste Barockresidenz am Oberrhein

Residenzschloss Rastatt

Unheimliche Legenden

Gespenster im Schloss?

Ganz schön geistreich, unser Baden-Württemberg. Geschichten von Gespenstern gibt es in den Schlössern und Burgen häufig. In Schloss Rastatt reichen sie sogar bis in die jüngste Zeit.

Kinder lugen über eine Balustrade im Residenzschloss Rastatt; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Auf der Suche nach Geistern?

Die Weisse Frau

Einer alten Sage zufolge erscheint bei Nacht in Schloss Rastatt manchmal eine Frau in schneeweißem Gewand und feinem durchsichtigen Schleier, von einem matten Lichtstrahl beleuchtet. Der starre und grauenvolle Blick ihrer schwarzen Augen soll demjenigen, der sie trifft, unvergesslich bleiben. Ihr schweigendes Erscheinen in den Räumen und Fluren, in der Kapelle und im Garten kündigte der Überlieferung nach immer den Tod eines der Mitglieder der fürstlichen Familie an.

Weisse und graue Frauen

Das Besondere an der Sage: Die Weiße Frau tauchte nicht erst in Rastatt auf – sie soll schon in Baden-Baden, im Stammsitz der Markgrafen, umhergegangen und 1705 mit in die neue Residenz umgezogen sein. In Baden-Baden gibt es bis heute die Geschichte der Grauen Frau – sie spukt auf Schloss Hohenbaden. Auch Legenden von weißen Frauen existieren noch mehrere in der Region – zum Beispiel auf dem Turmberg im heutigen Karlsruher Stadtteil Durlach.

Das Alte Schloss Hohenbaden in Baden-Baden.

Geisterjäger im Schloss

Auf der Suche nach der Weißen Frau und anderen Geistern war im November 2011 die Ghost Hunters Agency im Schloss unterwegs. Ungewöhnlichen Beobachtungen von Schlossbesuchern wollte man auf die Schliche kommen. Vielleicht ließe sich ja alles auf natürliche Weise klären? Mit Nachtsichtkameras, Bewegungsmeldern und Messgeräten suchten die Geisterjäger in der Residenz nach Übernatürlichem.

Raumansicht des Vorzimmers von Markgraf Ludwig Wilhelm; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Spukt es im Vorzimmer des Markgrafen?

Eine Frauenstimme?

Tagelang wertete man die Messungen aus. Das Ergebnis: Es gebe zumindest einige Anomalien, so die Ghost Hunters: einen merkwürdigen Lichteffekt im Ahnensaal, einen aktivierten Bewegungsmelder und ein Rauschen. Undeutlich glaubte man darin eine Frau zu hören, die schrie: „Geht weg!“ Ob sie wirklich ein Geist war, wollte man nicht entscheiden. Eines aber blieb gruselig: Zwei Personen aus dem Team wurden angeblich im Vorzimmer des Markgrafen von einer Hand berührt!