Innenansicht der Schlosskirche Rastatt

Sicherung eines besonderen Bauwerks

Die Restaurierung der Schlosskirche

Original erhalten und besonders empfindlich: Die Schlosskirche in Rastatt ist ein Baudenkmal, das besondere Anforderungen an die Sanierung stellt. Zahlreiche Fachleute sind dabei am Werk.

Bühne unter dem Deckenfresko der Schlosskirche Rastatt für die Restaurierungsarbeiten; Foto: Dürrschnabel

Restaurierung des Deckenfreskos.

Problemfall Dachkonstruktion

Probleme mit der Schlosskirche gab es schon seit dem 18. Jahrhundert: Bauliche Mängel und zwei Erdbeben verursachten erste Schäden. Immer wieder musste man im Lauf der Zeit einzelne Teile restaurieren. Das liegt vor allem an der Dachkonstruktion – sie besteht aus zwei aneinanderstoßenden Satteldächern. Dazwischen liegt die Entwässerungsrinne, und von dort drang immer wieder Wasser ein. Die Folge: Dachbalken faulten und das Deckenfresko nahm Schaden.

Ansicht der Dachbalken der beiden Satteldächer über der Schlosskirche Rastatt; Foto: Dürrschnabel

Zwei Satteldächer nebeneinander.

Erster Bauabschnitt: Die Dachsanierung

Solide Kenntnisse über den Ist-Zustand des Gebäudes sind eine wichtige Basis für umfangreiche Sicherungen und Restaurierungen. Von 1996 bis 2005 fanden dafür Recherchen, Untersuchungen und Bauaufnahmen statt. Von 2006 bis 2007 folgte der erste Bauabschnitt: die Sanierung des Daches und damit die Wiederherstellung der baulichen Sicherheit, die gefährdet war. Ziegel und Entwässerung wurden erneuert, das Tragwerk ertüchtigt und teilweise ausgetauscht. Auch weitere Schäden am Gewölbe wurden so verhindert.

Zweiter Bauabschnitt: Fresko und Textilien

Der zweite Abschnitt umfasst die Restaurierung des Deckenfreskos und der Textilien. Die Arbeiten am Fresko sind seit 2011 abgeschlossen. Zeitaufwendig und ausgesprochen schwierig ist die Konservierung der 28 weißen Pfeilerbehänge. Sie sind mehr als vier Meter lang, aufwendig bestickt und mit Applikationen versehen – eine Seltenheit. Von weißer Farbe kann heute kaum noch die Rede sein: Licht und Schmutz haben den Stoff braun und brüchig werden lassen. Nur mit äußerster Vorsicht kann man die fragilen Bahnen behandeln.

Textiler Behang eines Pilasters in der Schlosskirche Rastatt, Anfang 18. Jahrhundert
Tapete im fürstlichen Oratorium der Schlosskirche Rastatt, Anfang 18. Jahrhundert
Tapeten im Sanktuarium der Schlosskirche Rastatt, Anfang 18. Jahrhundert

Textile Verzierungen in der Schlosskirche Rastatt vom Anfang des 18. Jahrhunderts.

Zwei Seitenaltäre vor der Restaurierung

Zwei Seitenaltäre vor der Restaurierung.

Dritter Bauabschnitt: Fassade und Innenausstattung

Der kommende dritte Bauabschnitt wurde 2011 von der Landesregierung genehmigt. Er beinhaltet die Sanierung der Fassade und die Restaurierung der Innenausstattung. Alle Maßnahmen zielen darauf ab, den heutigen Zustand zu sichern und weitere Schäden zu vermeiden. Ein Lichtschutz und die Kontrolle des Raumklimas helfen dabei. Eine optisch „perfekte“ Kirche wieder zu erstellen, ist nicht das Anliegen – die Schlosskirche Rastatt bleibt als authentisches Zeugnis barocker Frömmigkeit und Ausstattungskunst erhalten.

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Die Schlosskirche

Über die Restaurierungsarbeiten informiert Sie unsere Info-Box im Schlosshof.

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