Erste Barockresidenz am Oberrhein

Residenzschloss Rastatt

Heirat mit einem Enkel des Sonnenkönigs

Augusta Maria Johanna

von Orléans

Für Sibylla Augustas Tochter Augusta Maria Johanna (1704–1726) ergab sich eine besonders vorteilhafte Ehe: Louis von Orléans, ein Mitglied des französischen Königshauses, wurde 1724 ihr Ehemann. Zwei große Gemälde im Schloss zeugen von der Verbindung.

Bildnis des Louis von Orléans, Alexis Simon Belle, 1724; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Louis von Orléans, Ehemann der Prinzessin.

Wer war Louis von Orléans?

Louis von Orléans (1703–1752) war ein Enkel des Sonnenkönigs, seine Großmutter war dessen Mätresse gewesen: Madame de Montespan. Sein Vater, Philipp II. von Bourbon (1674–1723), Herzog von Orléans, herrschte nach dem Tod des Sonnenkönigs 1715 als Regent über Frankreich. Die Bourbonen waren eine äußerst bedeutende Familie – doch Augusta Maria Johanna hatte ihre Zweifel, denn vom Pariser Hof hatte sie Schlechtes gehört. Unglücklich beugte sie sich schließlich dem Wunsch der Mutter.

Allianzwappen Baden und Bourbon auf dem Rahmen des Porträts Augusta Maria Johannas; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Das Allianzwappen Baden und Bourbon.

Warum eine Heirat nach Frankreich?

Vorgeschlagen wurde die Verbindung von Louis‘ Mutter, die nach einer katholischen Prinzessin für ihren Sohn suchte. Die Heirat mit dem Haus Bourbon bedeutete für Baden Prestigegewinn und für Augusta Maria Johanna eine gute finanzielle Absicherung. Außerdem hoffte man wohl, den Frieden zwischen den beiden Häusern sichern zu können. Sibylla Augusta bezeichnete die Verbindung als „eine der großen Allianzen von Europa“. Ein anderer Heiratsantrag aus dem Haus Thurn und Taxis war damit vom Tisch.

Bildnis der Prinzessin Augusta Maria Johanna von Orléans, von Alexis Simon Belle, 1724; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Prinzessin Augusta Maria Johanna von Orléans.

Wie lief die fürstliche Hochzeit ab?

Die Hochzeit fand am 18. Juni 1724 in Rastatt statt – ohne den Bräutigam. Nach dem Ringetausch und der Unterzeichnung des Ehevertrags folgte die kirchliche Trauung in der Schlosskirche. Louis‘ Part übernahm bei der Zeremonie der Bruder der Braut, Ludwig Georg – einschließlich einer symbolischen „Hochzeitsnacht“. Danach feierte man drei Tage lang, bevor Augusta Maria Johanna feierlich nach Straßburg und von dort nach Paris geleitet wurde. Auf dem Weg dorthin traf sie erstmals ihren Ehemann.

Wie ging das Leben der Prinzessin weiter?

Zusammen mit Louis lebte Augusta Maria Johanna im Palais Royal in Paris. Die vertraglich geregelte „Forderung“ nach einem Thronfolger konnte sie schnell erfüllen – 1725 wurde Louis Philippe geboren. Sie selbst aber starb schon ein Jahr später nach der Geburt eines Mädchens am Kindbettfieber. Ihr Ehemann und das französische Volk haben wohl ehrlich über ihren Tod getrauert. Louis zog sich zunehmend aus dem öffentlichen Leben zurück und trat schließlich in ein Kloster ein.

TIPP

Einmal Prinz oder Prinzessin zu sein – das wünschen sich viele Kinder. Das Team vom Rastatter Schloss macht es möglich – beim Kindergeburtstag mit Verkleiden und Basteln. Für kleine Herrschaften ab 5 Jahren.

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