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Erste Barockresidenz am Oberrhein

Residenzschloss Rastatt

Residenzschloss Rastatt; Fächerführung; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt
Kostümführung und Workshop

Französische Flötentöne und das Geheimnis des verlorenen Fächers

Der Hof von Versailles war für die Barockschlösser am Oberrhein auch in musikalischer Hinsicht ein Vorbild: zum Empfang der Gäste, während der Tafelfreuden und zum Tanz gehörte die passende Musik und die Sprache der Fächer.

Papyrusdarstellung; Foto: pixabay, gemeinfrei

Frühe Form der Fächer

Historische Hintergründe

Der Fächer, welcher durch Hin- und Herwedeln bei Hitze einen Luftzug verursacht und somit zur Kühlung der Haut dient, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im alten Ägypten ließen sich die Mächtigen mit großen Palmwedeln Luft zufächeln. Über Asien kommend zog der handliche Faltfächer im 16. Jahrhundert als Accessoire in die Herrschaftshäuser in Europa ein. Hier wurde ihm im Barock eine neue Funktion zuteil, er diente den feinen Damen als Mittel der Koketterie.

Fächersprache: Mythos oder Wahrheit

In einer Zeit, als die Kommunikation innerhalb der Gesellschaft noch strengen Regeln und Normen unterlag, gab es das ein oder andere Mittel, um die offensichtliche Kommunikation durch Sprache zu unterlaufen. Die Kunst der Fächerbewegung galt als Ausdruck von Launen und Absichten. Sie diente der Verstärkung der Körpersprache vor allem während der Balz. Ein Buch aus dem Jahr 1757 liefert Vorschläge dafür, wie Körpersprache, die durch den Fächer betont wird, einzusetzen ist. Auch der Pariser Fächerhersteller Duvelleroy soll im 19. Jahrhundert ein Codebuch herausgegeben haben, welches der Firma vermutlich als Marketing-Instrument diente und nicht als reeles Abbild der historischen Verwendung gilt. Wie komplex und verbreitet die Fächersprache war, bleibt somit ein Geheimnis.

Residenzschloss Ludwigsburg, Fächer im Modemuseum; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Norbert Stadler

Fächer sind wahrhaftig handwerkliche Kunstgegenstände.

Beliebtes Accessoire

Aufgrund seiner aufwendigen Herstellung galt der Fächer als beliebtes und edles Geschenk und als Statussymbol in gehobenen Kreisen. Vor allem die Merkmale der barocken Kunst, die Dekorfülle und aufwendige Kompositionen, machten aus dem Fächer ein Meisterwerk der Handwerkskunst. Beschnitzte oder vergoldete Stäbe tragen die kunstvoll bemalten Blätter des Faltfächers. Als Motive dienten griechische Mythen, religiöse Szenen und zeitgenössische Sujets. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war der Fächer ein nahezu unverzichtbares modisches Accessoire der Dame.

Residenzschloss Rastatt, Kostümführung; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Welcher Code versteckt sich hinter der Fächersprache?

Thematische Führung

Der Hof von Versailles war für die Barockschlösser am Oberrhein in modischer und musikalischer Hinsicht ein Vorbild: zum Empfang der Gäste, während der Tafelfreuden und zum Tanz gehörte die passende Musik. Dabei deuteten die geladenen Gäste in der galantesten Sprache der Welt ihre Gefühlsregungen an. Während der Führung wird das Geheimnis des verlorenen Fächers und der ein oder andere Geheimcode gelüftet. Französische Flötentöne von Rameau, Lully und Boismortier versetzen die Besucher zurück in die Zeit des Barock. Anschließend können im Fächerworkshop selbstgestaltete Fächer hergestellt und das Erlernte sogleich angewendet werden.

Service

Termine

Sonntag, den 26. Mai 2019 I 14.30 Uhr

Sonntag, den 13. Oktober 2019 I 14.30 Uhr

Dauer

2 Stunden: ca. 45 Min. Schlossführung anschließend 1h 15 Min. Workshop

Zielgruppe

Erwachsene

max. 20 Pers. (mit Anmeldung an der Schlosskasse Rastatt)

Information und Anmeldung (erforderlich)

Residenzschloss Rastatt
Herrenstraße 18-20
76437 Rastatt