Erste Barockresidenz am Oberrhein

Residenzschloss Rastatt

Bildnis Großherzog Leopold von Baden, 1853; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Ausstellung vom 7. November 2018 bis 10. Februar 2019

1818/1918.

Die Großherzöge von Baden

100 Jahre nach dem Ende der Monarchie erinnern die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg und das Wehrgeschichtliche Museum Rastatt mit einer gemeinsamen Ausstellung erstmals an die nachbarocke Ära der Schlösser Rastatt und Favorite Rastatt.

Bildnis Großherzog Karl von Baden, frühes 19. Jh.; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Großherzog Karl von Baden.

Der Anlass

Seit 1771 hatten die Markgrafen von Baden-Baden keine männlichen Nachfolger mehr. Ihre Erben, die in Karlsruhe residierenden Markgrafen von Baden-Durlach, waren 1806 Großherzöge und durch Gebietszuwächse Besitzer zahlreicher neuer Schlösser geworden. Die beiden Rastatter Barockjuwele erlebten nun eine unterschiedliche Entwicklung: Das ländlich gelegene Schloss Favorite mit seinem gerade fertig gestellten Landschaftsgarten blieb Anlaufpunkt für kurze Sommeraufenthalte der großherzoglichen Familie. Die Residenz jedoch verwaiste trotz anfänglicher Versuche, ihre Attraktivität zu erhalten, immer mehr und wurde zunehmend militärisch genutzt. Am 8. Dezember 1818, vor 200 Jahren, starb hier der zweite badische Großherzog Karl im Kreise seiner Familie.

Logo des Wehrgeschichtlichen Museums Rastatt; Illustration: Wehrgeschichtliches Museum Rastatt

Eine Kooperation mit dem Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt.

Die Ausstellung

In der Ausstellung „1818/1918. Die Großherzöge von Baden in den Schlössern Rastatt und Favorite“ werden Karls letzte Wochen im Rahmen einer Hörstation mit Zitaten von Zeitgenossen zu verfolgen sein. Thematisiert werden auch die Aufenthalte von Karls europaweit regierender fürstlicher Verwandtschaft im Schloss Favorite und das Militär, das im 19. Jahrhundert zunehmend im Rastatter Schloss einzog.

Ein Helm von Großherzog Friedrich I; Foto: Wehrgeschichtliches Museum Rastatt, Urheber unbekannt

Ein Helm von Großherzog Friedrich I.

Authentische Exponate

Für die Darstellung der Zeit der Großherzöge werden zahlreiche Exponate zu sehen sein, etwa Gemälde, historische Fotografien, kostbare Porzellane, eine kleine gedeckte Tafel und weitere persönliche Gegenstände aus dem Besitz der Großherzöge und ihrer Familien. Spürbar soll für die Besucherinnen und Besucher außerdem werden, dass sie am authentischen Ort stehen, im Schloss der badischen Herrscher, das in der Zeit des Großherzogtums durch das Militär geprägt wurde. Dies werden verschiedene Objekte aus den Beständen des Wehrgeschichtlichen Museums aufzeigen.

HUNDERT JAHRE BADISCHE GESCHICHTE

Die Verfassung des seit 1806 existierenden Großherzogtums hatte der badische Finanzrat Karl Friedrich Nebenius ausgearbeitet. Er und weitere Beamte, die sich zusammen mit dem Großherzog in dem kleinen Kurort Griesbach aufhielten, mussten den richtigen Zeitpunkt abwarten, um den bereits schwer kranken Fürsten zur Unterzeichnung des Dokuments zu bringen. Die Verfassung trat am 29. August 1818 in Kraft. Individuelle Freiheitsrechte wurden darin garantiert. Im Rahmen eines aus zwei Kammern bestehenden Parlaments erhielten in bestimmten Fragen auch die Bürger ein Mitbestimmungsrecht. Rund vier Wochen nach der Unterzeichnung siedelte Großherzog Karl mit seiner Frau Stéphanie, der Adoptivtochter Napoleons, und seinem Gefolge nach Schloss Favorite bei Rastatt über. Ende Oktober zog der Großherzog noch einmal in die nahe gelegene Residenz um. Im dortigen Nordflügel (heute Amtsgericht) starb Karl am 8. Dezember 1818 an „Brustwassersucht“. Knapp 100 Jahre später war die Monarchie in Deutschland zu Ende. Großherzog Friedrich II. von Baden dankte am 22. November 1918 ab.

Soldaten vor Schloss Favorite; Foto: Wehrgeschichtliches Museum Rastatt, Urheber unbekannt

Rastatter Soldaten vor dem Schloss Favorite. – Ab 1842 wurde Rastatt zur Festungsstadt ausgebaut und beherbergte Tausende von Soldaten. Die Barockresidenz war zu dieser Zeit von Exerzierplätzen und Kasernen umgeben.

Service

1818/1918

Die Großherzöge von Baden in den Schlössern Rastatt und Favorite

TERMIN

7. November 2018 bis 10. Februar 2019

EINTRITT

Die Sonderausstellung ist im regulären Schlosseintritt von 7,50 € (Ermäßigte 3,70 €) enthalten.

ÖFFNUNGSZEITEN

Di So, Feiertage
10.00 – 16.30 Uhr  

Ausstellungsführungen

mit den Kuratoren Sandra Eberle M.A. und Dr. Alexander Jordan
oder mit Paul-Ludwig Schnorr

Samstag, 10. November 2018, 15 Uhr
Sonntag, 25. November 2018, 11 Uhr
Samstag, 8. Dezember 2018, 15 Uhr
Sonntag, 30. Dezember 2018, 11 Uhr
Samstag  5. Januar 2019, 15 Uhr
Sonntag, 20. Januar 2019, 11 Uhr
Samstag, 2. Februar 2019, 15 Uhr
Sonntag, 10. Februar 2019, 11 Uhr

Dauer: 60 min.
Preis: 9,00 € (Ermäßigte 4,50 €).

Anmeldung zu den Ausstellungsführungen

Die Anmeldung ist erforderlich bei:
Service Center Schloss Rastatt
Telefon +49(0)62 21. 6 58 88 15
Telefax +49(0)62 21. 6 58 88 19
service@schloss-rastatt.de

Veranstaltungen

Vortrag
Dienstag, 4. Dezember 2018, 18 Uhr
Wehrgeschichtliches Museum Rastatt, Gartensaal
„Saure Wochen, frohe Feste: Großherzog Karl und seine Verwandten in den Schlössern Rastatt und Favorite“

Referentin: Sandra Eberle M.A.

Vortrag mit anschließendem Rundgang durch die Ausstellung
Dienstag, 15. Januar 2019, 18 Uhr
Wehrgeschichtliches Museum Rastatt, Gartensaal
„Es war da eine gar seltsam zusammengewürfelte Garnison ...“

Rastatt, seine Schlösser und das Militär 1842–1918

Referent: Dr. Alexander Jordan

 Die Vorträge sind kostenlos, es ist keine Anmeldung erforderlich.

WEITERE INFORMATIONEN

Residenzschloss Rastatt
Herrenstraße 18-20
76437 Rastatt