Erste Barockresidenz am Oberrhein
Residenzschloss Rastatt

Mittwoch, 2. September 2020

Residenzschloss Rastatt | Allgemeines Die Beletage verändert sich. Arbeiten bis zum 2. Oktober im Residenzschloss

Die markgräflichen Wohnungen in der Beletage des Residenzschlosses werden sich verändern: Ein optimiertes Präsentationskonzept soll die Schätze des Türkenlouis und der Markgräfin Sibylla Augusta besser ins Licht rücken und die Funktionen der Räume besser erlebbar machen. Zum Start der Arbeiten luden die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zu einem Ortstermin ins Residenzschloss. Ab dem 3. Oktober werden sich die drei Jahrhunderte alten Wohn- und Repräsentationsräume des Markgrafenpaares neu präsentieren. Der Besucherbetrieb im Schloss wird davon kaum beeinträchtig: Bis auf wenige Ausnahmen finden die Führungen wie gewohnt statt.

STUCK UND DECKENBILDER DER ERBAUUNGSZEIT

Das Schloss des Türkenlouis und seiner Frau, der Markgräfin Sibylla Augusta, entstand um 1700: Es war das erste barocke Residenzprojekt am Oberrhein. Wie viel an der Originalausstattung aus markgräflicher Zeit erhalten ist, zeigte sich bei der groß angelegten Restaurierung des Schlosses, die erst in den 1980er-Jahren zum Abschluss kam. Seither haben die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg immer wieder an der Präsentation der eindrucksvollen Räume gearbeitet. „Die unglaublich gute Erhaltung der wandfesten Ausstattung, etwa von Stuck und Decken, über drei Jahrhunderte macht es uns möglich, die Funktionen der Räume im Zusammenhang eines absolutistischen Hofes vom Beginn des 18. Jahrhunderts sichtbar zu machen“, erklärt Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg bei der Begehung des Appartements der Markgräfin. „Wir werden den Eindruck noch verstärken: Wer ins Schloss kommt, soll den Besuch wie einen Besuch am Hof der Herrscher vor 300 Jahren erleben können.“

 

DIDAKTIK UND KOSTBARKEITEN IM FOKUS
„Wir wollen die Präsentation auch im Detail weiterentwickeln: Der Fokus wird stärker auf die kostbarsten Kunstobjekte ausgerichtet werden, die wir hier zeigen können“, sagt Dr. Petra Pechaček, als Konservatorin zuständig für das Residenzschloss und die Neukonzeption der Beletage. So ziehen neu erworbene Stücke aus ehemals markgräflichem Besitz wie ein Lackschränkchen und ein seltenes Terrakotta-Relief, das den Türkenlouis zeigt, in die Räume ein. Gemälde werden in neue Zusammenhänge gebracht und aufgehängt und auch bisher lange nicht mehr gezeigte Kunstobjekte kommen nun zurück in die Beletage. Für die besonders wertvollen Stücke werden Vitrinen, die die Formen der barocken Umgebung aufgreifen, angefertigt – für die kunstvollen Elfenbeinschnitzereien aus dem Besitz des Markgrafenpaares. Erstmals wird es in der gesamten Beletage einen durchgehenden Berührungsschutz und damit einen verbesserten Schutz für die Ausstattung geben. Damit entfallen endlich auch die vielfach störenden, aber nötigen „Bitte nicht berühren-Schilder“, freut sich die zuständige Konservatorin.

 

EIN MONAT WIRD GERÄUMT UND GEARBEITET
Ein Monat ist eingeplant für die Arbeiten in den Wohnungen von Markgraf und Markgräfin. Am 2. Oktober eröffnet Finanzministerin Edith Sitzmann die neu eingerichteten Räume – und ab dem Wochenende vom 3. und 4. Oktober ist die Beletage in ihrer neuen Präsentation wieder bei Führungen zu erleben.

 

Service und Information

Führungen Donnerstag bis Sonntag und an Feiertagen stündlich zwischen 11.00 und 15.00 Uhr

Die Gruppengröße ist auf zehn Personen beschränkt.

 

Wehrgeschichtliches Museum im Residenzschloss

Dienstag bis Sonntag und Feiertage, 11.00 bis 16.00 Uhr

 

EINTRITTSPREISE

Residenzschloss und Wehrgeschichtliches Museum

8,00 € (erm. 4,00 €)

 

WEITERE INFORMATIONEN

Residenzschloss Rastatt

Herrenstraße 18-20

76437 Rastatt

Telefon +49(0)72 22.97 83 85

info@schloss-rastatt.de

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