Denkmal des Sieges Gefangene Osmanen als Dekoration

Lange Zeit bekriegten sich das „christliche Europa“ und das Osmanische Reich. Ludwig Wilhelm, Markgraf von Baden-Baden, war an vorderster Front dabei. Das Residenzschloss Rastatt ist ein Denkmal für seine Siege. Zur Dekoration gehören Statuten von gefesselten Osmanen: Sie verkörpern den Erfolg des Feldherrn.

Osmanen beim Plündern und Rauben, Darstellung aus der Türckischen Chronica von Vasco Diaz Tanco

Osmanen beim Plündern und Rauben auf einer Darstellung von 1577.

„Feind der Christenheit“

Die Beziehungen zwischen dem „christlichen Europa“ und dem Osmanischen Reich waren seit jeher vielfältig: Handel und Diplomatie, Kriege und Konflikte prägten das Miteinander. Auf dem Höhepunkt seiner Macht 1683 erstreckte sich das Osmanische Reich bis an die Mauern Wiens. Danach geriet der Sultan in die Defensive: Der „schrecklichste Feind der Christenheit“ – so die zeitgenössische Propaganda – erlitt zahlreiche Niederlagen gegen die kaiserlichen Armeen. Einer der Heeresführer war Markgraf Ludwig Wilhelm.

Schloss Favorite Rastatt

Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden in osmanischer Kleidung.

DER TÜRKENLOUIS

Er war einer der größten Feldherren seiner Zeit: Ludwig Wilhelm von Baden-Baden errang in über 20 Schlachten Siege gegen die Osmanen. In seiner neuen Schlossanlage am Rhein stellte er seine militärischen Verdienste zur Schau: Sie steht für das Selbstverständnis des erfolgreichen Befehlshabers und Landesherren. Das Barockschloss entstand nach dem Vorbild Versailles und war das erste seiner Art am Rhein. 1705 zog die Familie in einen Seitenflügel des Schlosses, zwei Jahre später starb der „Türkenlouis“.

Residenzschloss Rastatt, Ahnensaal, gefesselte Türken

Der Ahnensaal verherrlicht Markgraf Ludwig Wilhelm.

ERINNERUNGEN AN DEN SIEG

Die Triumphe Ludwig Wilhelms gegen die Osmanen werden im Schloss vielfach thematisiert. Die Statuen der gefesselten Gefangenen zeigen sie am eindrücklichsten: Besiegt und erschöpft blicken die spärlich bekleideten Figuren von der Decke des Ahnensaals herunter. Das Fremde erscheint hier als Bedrohung, die man überwunden hat. Tatsächlich nahm man erst ein Jahrhundert später die Osmanen nicht länger als drohende Gefahr wahr – das Osmanische Reich galt nur noch als „kranker Mann am Bosporus“.

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