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Erste Barockresidenz am Oberrhein
Residenzschloss Rastatt
Residenzschloss Rastatt, Fassade der Schlosskirche

Ein anspruchsvolles ProjektRestaurierung der Schlosskirche Rastatt

Die Schlosskirche zum Heiligen Kreuz in Rastatt ist ein 300 Jahre altes Barockjuwel und zugleich ein Zeugnis tiefster Frömmigkeit. Durch ein aufwendiges Sanierungs- und Restaurierungsprojekt konnte sowohl das empfindliche Bauwerk als auch die kostbare Ausstattung vor dem Verfall gerettet werden.

Residenzschloss Rastatt, Sanierung der Schlosskirche

Die Sanierung der Schlosskirche nahm mehrere Jahre in Anspruch.

VON BEGINN AN HERAUSFORDERND

Die einstige Schlosskirche, Wallfahrtsort und Grablege der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden zeigte bereits kurz nach ihrer Erbauung zwischen 1719 und 1723 erste Schäden – ausgelöst durch bauliche und planerische Mängel. Nachdem die Kirche im Jahr 1993 geschlossen werden musste, begann eine Phase intensiver Recherchen und Planungen. Ab 2006 folgten die ersten Sanierungsschritte. Das Ziel dabei war es, die historische Konstruktion des Gotteshauses so weit wie möglich zu erhalten – eine Herausforderung über mehrere Jahre.  

Residenzschloss Rastatt, Dachsanierung der Schlosskirche

Jeder zweite Balken des Dachstuhls musste ausgetauscht werden.

STABILISATION VON OBEN

Als besonderer Schwachpunkt erwies sich die Dachkonstruktion des Kirchengebäudes. Eindringendes Wasser ließ die Dachbalken faulen und auch die wertvolle Ausstattung im Inneren der Kirche hatte dadurch Schaden genommen. Um weitere Verluste zu verhindern, wurden die Ziegel und das Entwässerungssystem auf dem Dach umfassend erneuert. Die verloren gegangene Tragwirkung der maroden Konstruktion wurde durch vier massive Edelstahlanker wiederhergestellt.

Residenzschloss Rastatt, Restaurierung der empfindlichen Pilasterbehänge

Für die Restaurierung der Stoffe brauchte es erfahrene Experten.

FRAGILE KOSTBARKEITEN IM BLICK

Von 2009 bis 2011 wurden das Deckenfresko und die textilen Ausstattungselemente restauriert. Die Pilasterbehänge – kostbar bestickte, vier Meter lange Stoffbahnen vor den Wandpfeilern – waren eine Herausforderung. Diese hatten sich zwar vollständig erhalten, wiesen aber durch das eingedrungene Wasser und eine kontinuierliche Lichteinwirkung große Schäden auf. Für die Restaurierung der sehr empfindlichen Stoffe kam dünnes Japanpapier zum Einsatz. Damit wurden Risse geschlossen, Kanten von Fehlstellen niedergelegt und lose Applikationsteile wieder fixiert.

Residenzschloss Rastatt, Schlosskirche

Die prachtvolle Ausstattung konnte erhalten bleiben.

RESTAURIERUNG KIRCHLICHER GLANZSTÜCKE

Im Anschluss folgte zunächst die Sanierung der Fassade und dann war die Restaurierung der Innenausstattung an der Reihe. Markgräfin Sibylla Augusta als Bauherrin hatte einen erlesenen Geschmack. So kamen für die Schlosskirche hochwertige Materialien wie Alabaster, Stuckmarmor, Glas und Edelsteine zum Einsatz. Die einzelnen Stücke wie beispielsweise der Hochaltar mit seinen transparenten Säulen aus Alabaster mussten gereinigt und gesichert werden. Große Beachtung schenkten die Fachleute der Kontrolle des Raumklimas in der Kirche, die großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, und einem effizienten Lichtschutz, der schädliche UV-Strahlen außen vor lässt.

TIPP

Der Vergänglichkeit begegnen die Menschen seit Jahrhunderten mit dem Wunsch nach Schönheit und Ewigkeit. Schlösser, Burgen und Klöster sind bis heute ein glänzendes Vermächtnis für die Zukunft. Die Themenwelt „Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“ wirft einen Blick auf diese spannenden Themen.

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